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9. November

Am 9. November jeden Jahres fahren die SchülerInnen unserer Schule in das Konzentrationslager Breendonk bei Antwerpen. (Einen Zeitungsbericht des Besuches vom 9.11.2000 sieht man hier!)

Diese Tradition begann mit dem 9. November 1988, dem 50. Jahrestag der Reichspogromnacht, die von den Nazis auch “Reichskristallnacht” genannt wurde. Die Erinnerung an die von den Nationalsozialisten geplante und perfekt durchgeführte Aktion gegen die Juden war ein Anlass, die gesamte Schule mit diesem zentralen Aspekt der deutschen Vergangenheit zu konfrontieren.
Die 6. bis 9. Klassen wurden in einem Projekt hautnah damit vertraut gemacht, was es heißt, wegen einer nicht einsichtigen Begründung aus der Klasse ausgegrenzt zu werden und was die Reaktion der KlassenkameradInnen darauf für sie alle bedeutete. ( nachzulesen im Projekthandbuch “Rechtsextremismus” Dem Hass keine Chance! 1989 oder per email weitere Details erfragen) Die Oberstufenjahrgänge diskutierten mit einem Rabbiner, und die Klassenstufe 10 fuhr in das Konzentrationslager Breendonk.

Breendonk war ein Konzentrationslager, in dem hauptsächlich belgische Partisanen interniert waren. Wir haben in Georges de Bleser einen Ansprechpartner, der uns in diesen 13 Jahren erst mit 5 bis 6 ehemaligen Mitgefangenen, seit 1999 ganz allein, 87-jährig, von seinen Erfahrungen im Konzentrationslager berichtete. Der Gang durch die düsteren Zellen der ehemaligen Kaserne von 1906, die inzwischen alten Männer, die bewegt von ihrem Leiden in dem Konzentrationslager berichteten, die in der kleinen, aber raffiniert gestalteten Folterzelle in Tränen ausbrachen, der Aufenthalt in der Gedenkhalle, in der die Asche der Ermordeten von vielen Konzentrationslagern aufbewahrt wird, die Gedenkminute an die Opfer des Nationalsozialismus, der Appell der ehemaligen Gefangenen an die Jugendlichen, sich für Freiheit, Demokratie, Frieden und Völkerverständigung einzusetzen - das alles war für unsere 10. Klassen immer ein sehr beeindruckendes Erlebnis. (hier zum Bericht einer Schülerin) Der Nationalsozialismus - bisher für sie nur reines Geschichtswissen - war lebendig geworden.

‘Les rescapés de Breendonk’ sind alt geworden, krank, gestorben. Georges de Bleser ist noch lebendig, vital und wird uns vielleicht noch manches Mal führen können. Wie wird es danach weitergehen? Wir werden auf andere Mittel zurückgreifen müssen, um diese Bedrohung durch ein totalitäres Regime nachvollziehbar zu machen und dafür zu sensibilisieren, dass sich so etwas niemals wiederholen darf.